Die Wanderroute der Erinnerungen

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Trarego - Promé - Der Wasserfall - Trarego

Dauer: 1h Schwierigkeitsgrad: ES
cippo-martiri
Startpunkt ist das Rathaus in Trarego (Municipio di Trarego, 778 m), über die Via Passo Piazza, vorbei am Gasthof „La Perla“, geht es durch den Vorort Sasèe in Richtung Sant’Eurosia. An der Spitze unseres Anstieges, wird die Anstrengung mit einem wunderschönen Panorama über die zwei Orte Trarego, Cheglio und den See belohnt. Anschließend geht es in den Mischwald, meist Kastanien und Eichen. Nach wenigen Metern leitet uns ein Wegweiser der ANPI „Martiri della Resistenza“ nach links auf einen Trampelpfad nach Visiè mit seiner romantischen Brücke hinunter. Früher haben die Wasser des Flusses Piumesc einige Getreidemühlen gespeist, sie sind heute jedoch von Hecken überwuchert. Folgen wir dem Maultierpfad, der links hinunter führt, kommen wir nach wenigen hundert Metern in einer Kurve an einen Wegweiser, der uns auf das Denkmal des Blutvergießens „Volante Cucciolo“ hinweist.
So wie in anderen Orten in unseren Bergen, gab es auch hier, ab September 1944, das Aufleben von Partisanenbanden, die gezwungen waren sich in die Berge vor dem nationalsozialistischen Heer „zurück zu ziehen“.
Eine dieser Banden, die „Volante Cucciolo“, wurde im Februar 1945 vom Kommandanten der Zone Trarego zur Planung von Attentaten eingeladen. Dieses wurde von der faschistischen Grenzpolizei abgehört. Sieben von den neuen noch sehr jungen Partisanen und zwei Zivilisten mussten dadurch auf grausame Art und Weise ihr Leben lassen. Das gleiche Schicksal ereilte in den folgenden Tagen einen weiteren Partisanen. Diese Gedenktafel soll daran erinnern und befindet sich am Maultierpfad nach Cannero.
Kehren wir zu unserem Pfad zurück und erreichen die Ansiedlung Promè (700 m), eine Gemeinde von Trarego Viggiona, die bis in die 80er Jahre konstant bewohnt war. Seit 2005 ist hier eine Initiative „Casa San Michele“, die in der Jugendsozialarbeit tätig ist und langsam die alten vieh- und landwirtschaftlichen Traditionen wieder aufnimmt.



Wir nehmen unsere Strecke auf einem bequemen Schotterweg wieder auf, der in den steilen Hang erst Ende der 50er Jahre hineingebaut wurde, zu einer Zeit, als die Gemeinde noch dicht besiedelt war. Tosendes Wasser kündigt uns an, dass wir „la Cascata“, den Wasserfall, erreichen. Er besitzt eine Höhe von etwa 60 Metern. Während des Baus des Maultierpfades 1959, wurde auf halber Höhe, in einer Nische, eine Statue der Madonna aufgestellt.
Die Wasser dieses Flusses wurden zu Beginn 1900 benutzt, um Elektrizität zu gewinnen. Der Ort Trarego war damit früher versorgt, als das Städtchen Luino am gegenüberliegenden Seeufer. Pionier in dieser Arbeit war Vittore Meda. Die Überreste des Wasserkraftwerkes befinden sich im Dickicht am Fuße des Felsens, unterhalb des Wasserfalls. Aus Sicherheitsgründen ist es strengstens verboten diesen Ort zu betreten. Außerdem ist nur noch Weniges erhalten, da die Zentrale bereits abgerissen wurde.
Am Wasserfall geht der Maultierpfad in eine Straße über, die teilweise in den nackten Fels hineingebaut wurde. Auf diesem Weg gehen wir bis zum öffentlichen Parkplatz in Crosai, am Ende von Trarego.