Die Wanderroute der Mühlen

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Trarego, Cheglio, Viggiona, Cannobio, Viggiona, Trarego

Dauer: 2,3 h Schwierigkeitsgrad: ES; geeignet für Mountainbike
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Ausgangspunkt ist Trarego. Über Cheglio (773 m) führt unser Weg auf der Straße nach Viggiona bis wir auf die Landstraße treffen, auf welcher wir ein kurzes Stück gehen, bis es links ab auf der Via Don Minoli nach Viggiona (686 m) geht (Nr. 9 CMAV).
Entlang der Häuser des Ortes kommen wir an der Kirche San Maurizio aus dem 17. Jahrhundert vorbei, gehen entlang der Via Crucis, einem Kreuzweg, der in den 70er Jahren von Studenten der Stuttgarter Kunstakademie gestaltet wurde, zum Friedhof von Viggiona, wo die uralte, romanisch Kirche San Maurizio steht, die als Nationaldenkmal gilt. Von dort geht es auf einem schönen Maultierpfad weiter, der uns zwischen zwei großen Gesteinsbrocken hindurchführt. In einem von diesen ist ein Schädel mit Kreuz eingemeißelt, mit den unheimlichen Worten „immer werde ich auf dich warten“ (sempre t’ aspetto). Die genaue Geschichte ist dazu nicht bekannt, seit diese Inschrift gegen Ende 1800 entdeckt wurde. Vielleicht sollte sie ein philosophisches „Gedenken der Opfer“ oder doch nur eine Drohung darstellen.
Immer wieder zeigen sich uns die feinen Spuren der eindrucksvollen Verteidigungslinie Linea Cadorna. Wir lassen die Ortschaft Molineggi (454m) hinter uns, wo in früheren Zeiten Mühlen arbeiteten. Diese sind heute restauriert und werden teilweise als Ferienhäuser genutzt. Über den Ort Solivo erreichen wir Cannobio (214m). Cannobio ist eine sehr alte Ortschaft mit mittelalterlichem Dorfkern. Entlang des Seeufers stehen stattliche Villen mit ihren steilen Steintreppen. Ins Landesinnere öffnet sich das Cannobiner Tal mit seiner interessanten Schlucht, der Orrido di Sant’ Anna. Sie wurde durch den Wildbach Cannobino heraus gewaschen.


Wegweise bei Molineggi: Entlang des Weges, wenige hundert Meter vor Molineggi, zeigt uns ein Wegweiser einen Wanderweg an, der rechts ab geht, und zu einer kleinen mittelalterlichen Ansiedelung, Carmine Superiore (370 m), führt. Dieser Ort wurde um 1000 gebaut. Dort steht die beeindruckende romanische Kirche, Chiesa di San Gottardo del XVI, mit schönen, restaurierten Fresken.
Entlang der uralten Straße „antica Strada per la Svizzera“, heute „Via delle Genti“ genannt, gehen wir in Richtung Cannero Riva weiter. Vorbei an kleinen, verlassenen und baufälligen Ansiedlungen, die aber immer noch Spuren des einstigen ländlichen Lebens zeigen. Dabei kann die herrliche Aussicht über die Castelli di Cannero genossen werden. Die Burgen befinden sich auf zwei kleineren Felseninseln, kaum entfernt vom Ufer. Sie wurden ursprünglich von den fünf Mazzardi, auch Malpaga genannt, zu Beginn 1400 auf die Felsen gebaut, um einen sicheren und befestigten Ort zum Schutz vor Überfällen zu schaffen. Im Jahr 1414 belagerte Filippo Maria Visconti jene Burgen. Zwischen 1519 und 1521 bebauten das Geschlecht Borromeo, Herren des Sees, den markanten Fels „La Vitaliana“ zur Verteidigung des Alto Verbano gegen den Einfall der Schweizer aus. 200 Jahre später waren die Burgen jedoch schon verlassen.
Kleine Weinberge, Olivenhaine, Gemüsegärten und Blumenwiesen bilden den Rahmen zu dieser Landschaft, die für ihr mildes Klima nicht zu unrecht den Namen „Riviera“ verdient hat. Es lohnt sich einen Spaziergang entlang des Sees, vorbei an schmucken Hotels und beliebten Stränden, zu machen. Von Cannero Riviera gelangen wir über die Route (Nr. 8 CMAV) zurück nach Trarego.