Der lange Streckenverlauf der Linea Cadorna

Drucken

Der Wanderweg auf den Spuren einer politischen Vergangenheit Trarego – Colle – Monte Morissolo

Dauer 2,15h Schwierigkeitsgrad: EM
lago-dal-morissolo
Der Name „Linea Cadorna“ bezeichnet eine Verteidigungslinie, die in der Nähe zur Schweizer Grenze, während des ersten Weltkrieges, gebaut und nach seinem Erbauer, dem Oberkommandant der Verteidigung, Luigi Cadorna, benannt wurde. Die Vorstellung einer Invasion deutscher und österreichischer Truppen über die Schweiz schürte die Ängste ins unermessliche und ließ dieses beeindruckende Bauwerk entstehen.
Die Linea Cadorna wurde in zurückgezogener Lage im Hinterland zur Grenze errichtet. Sie beginnt vom Monte Massone bei Omegna, in der Region Ossola, und erstreckt sich über viele Kilometer durch die Provinz Verbano, entlang dem Lago Maggiore bis hin zu den Orobischen Alpen. Die Arbeiten wurden von den ortsansässigen Maurern und Steinmetzen in Zusammenarbeit mit den Pioniertruppen des Militärs ausgeführt. Sogar die Frauen fanden eine bezahlte Anstellung, indem sie Material brachten und sich um die Verpflegung auf den Baustellen kümmerten. Einer der wichtigsten strategischen Punkte ist auf dem Monte Morissolo. In einem Tunnelsystem waren dort drei Kanonen unterirdisch aufgebaut, welches auch der Beobachtung und gleichzeitig als Sichtschutz vor dem Feind diente. Diese Tunnel wurden in jüngster Zeit Bergverbund des Alto Verbano wieder hergerichtet und mit Licht ausgestattet. So kann der Besucher sich einen eigenen Eindruck von dieser menschlichen Leistung und der erschreckenden Genialität verschaffen.
Startpunkt ist das Rathaus in Trarego (Municipio di Trarego , 778 m), über die Via Passo Piazza, vorbei am Gasthof „La Perla“, geht es durch den Vorort Sasèe in Richtung Sant’ Eurosia. Auf diesem Weg begegnen wir dem Fluss Piumesc in Pontetto. Bei einer Bildtafel der Madonna di Re verlassen wir die Straße und gehen auf dem Maultierpfad weiter, der links hoch führt (Nr. 10 CMAV). Auf diesem Weg geht es bis zur Abzweigung, an der wir den Pfad nach Colle einschlagen (Nr. 17 CMAV). An dieser Stelle befinden sich linker Hand einige Höfe. Zwischen Buchen- und Laubwald kommen wir in die Ortschaft Colle (1238 m). Unmittelbar bei der Landstraße biegen wir links in den ebenen Wanderweg ein (Nr. 1 CMAV), der zum Monte Morissolo (1311 m) führt. Hier lohnt sich ein Blick in das Tunnelsystem der alten Verteidigungsanlagen mit ihrem grandiosen Ausblick in die Ferne. Das Panorama bietet unvergessliche landschaftliche Höhepunkte, mit einer Sicht fast über den gesamten See.


Setzten wir nun unsere Route fort und gehen auf der Südseite, auf einer angelegten Militärstraße, entlang nach Piancavallo. Dort befindet sich ein international anerkanntes auxiologisches Zentrum, welches seit fast 50 Jahren existiert, im biomedizinischen Bereich forscht und Patienten behandelt. Dort stoßen wir auf die Landstraße, an der sich eine heimelige Hütte „La Baita“ befindet, die mit einer tollen Terrasse zum Verweilen einlädt.